Moringa – die widerstandsfähige alte Pflanze aus Nordindien

Moringa – widerstandsfähige alte Pflanze aus Nordindien

Moringa stammt aus dem nördlichen Indien und ist heute auch in weiten Teilen Ostafrikas sowie auf der Arabischen Halbinsel (Saudi-Arabien, Jemen) verbreitet. Die laubabwerfende Pflanze wächst strauch- oder baumförmig auf trockenen Böden. Sie gehört zur Familie der Bennussgewächse (Moringaceae). In ihrer indischen Herkunftsregion Malabar wird sie Moringo genannt. Dort ist sie nachweislich seit mindestens 5000 Jahren bekannt. Die Wurzeln enthalten Senfölverbindungen, die weithin als Ersatz für Meerrettich verwendet werden und entsprechend scharf riechen. Daher kommt auch der Name Meerrettichbaum. Die Engländer als frühere Kolonialmacht nutzten die Meerrettichwurzel ausgiebig zur eigenen Ernährung und sorgten auch für die räumliche Verbreitung der Moringa-Pflanze.

Die strauchförmigen Arten sind nur wenig verzweigt und trocknen erst in außergewöhnlich langen Dürrezeiten weg. Unter feuchten Bedingungen treiben sie dann jedoch aus den Wurzeln schnell wieder aus. Die Bäume wachsen flaschenförmig mit relativ kurzen, angeschwollenen Stämmen. Als Sukkulenten sind sie unter Sammlern sehr begehrt. In den Samen der Hauptart Moringa oleifera kommt das sogenannte Behenöl vor, das einst als Schmierstoff für Uhren Verwendung fand. Weiterhin wird es als Salatöl für Speisen sowie zur Herstellung von Seifen und Kosmetika genutzt. Sogar als Biodiesel kommt es heutzutage zum Einsatz. Die Samen haben eine wasserreinigende Wirkung und können verschmutztes Wasser wieder trinkbar machen. Sie binden den Schmutz, so dass er anschließend filtriert werden kann. Ebenso wurde festgestellt, dass Inhaltsstoffe der Blätter ein geeignetes Mittel zum Händewaschen sind.

Die Pflanze hat eine überwiegend helle Rinde und weiches Holz. Sie gedeiht am besten auf sandigen bis lehmigen Böden bei Lufttemperaturen zwischen 25 und etwa 45 Grad. Von Vorteil sind außerdem nährstoffreiche Untergründe und eine ausgiebige Sonneneinstrahlung. Unter idealen Bedingungen in tropischen und subtropischen Regionen wird der Baum maximal zwölf Meter hoch und rund 60 Jahre alt. Er kann in einem Monat bis zu 30 Zentimeter wachsen. Junge Bäume erreichen im ersten Lebensjahr schon eine Höhe von vier bis sogar acht Meter. Die in den tiefen und fleischigen Wurzeln gespeicherten Wasservorräte können die Pflanze in Trockenperioden am Leben halten. Einzelne Moringa-Pflanzen können bis zu 5000 Samen pro Jahr ausbilden. Die Früchte reifen bereits vom ersten Lebensjahr an und bilden längliche Schoten, die auffällig am Baum herunterhängen und denen Moringa auch den Namen Trommelstabbaum (Drum Stick Tree) verdankt. Die angenehm duftenden Blüten sind symmetrisch angeordnet und creme- bis rosafarben. Die Kapseln um die Samen herum reißen beim Erreichen der Reife sehr schnell auf.

Die Wurzeln der jungen Pflanzen werden als Gemüse in der Küche verwendet. Die Einsatzmöglichkeiten ähneln denen der Bohnen. Frische Blüten stehen als Honiglieferant zur Verfügung. Getrocknet kann aus ihnen Tee gemacht werden. Für den Hausgebrauch in Mitteleuropa lässt sich Moringa gleichfalls nutzen, wenn sie im Topf am Fenster oder auf dem Balkon gezüchtet wird. Die Temperatur darf in solchen Fällen aber nicht unter 22 °C sinken. Die Pflanze erfordert keinen großen Pflegeaufwand. Blätter und gegebenenfalls Blüten können für einen Teeaufguss oder als Zutaten im Salat verwendet werden.

Moringa ist reich an Eiweiß, Vitaminen, vielen wichtigen Nährstoffen und Wachstumshormonen. In ihrer Heimat werden junge Triebe ausgepresst und als Dünger für andere Pflanzen verwendet. Sie reichern intensiv den Boden an. Weil die Bäume eine relativ lichte Krone haben, finden unter ihnen auch andere Gewächse genügend Platz zum Gedeihen. Die Blätter des Moringa werden in seinem Verbreitungsgebiet roh verzehrt, aber auch gedünstet, gekocht oder in der Pfanne zubereitet. Beim Trocknen und Zermahlen der Blätter gehen nur wenige Wirkstoffe verloren. So lassen sie sich sehr effektiv haltbar machen. In ihren Verbreitungsgebieten sind Strauch und Baum der Gattung Moringa eine begehrte Nahrungsquelle und werden auch vielfältig zu gesundheitlichen Zwecken eingesetzt. Dies schließt innere und äußere Anwendung ein. Wegen seiner Widerstandskraft hat Moringa den Beinamen „Baum der Unsterblichkeit“ erhalten.

 

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