Das Reizdarmsyndrom – krank ohne Befund

Was ist das Syndrom des Reizdarms?

Das Reizdarmsyndrom ist eine Störung des Dickdarms, ohne dass eine Veränderung dessen festgestellt werden konnte. Die Diagnose erfolgt in der Regel nicht auf dem schnellsten Wege, da der Arzt keine Auffälligkeiten des Darms erkennen konnte. Bei dem Begriff „Syndrom“ handelt es sich um das gleichzeitige Auftreten von mehreren Symptomen. Zwar ist der Reizdarm nicht gefährlich, doch die Beschwerden können sehr schmerzhaft und lästig sein, infolgedessen zu einer seelischen Belastung führen. Die Krankheit lässt sich nicht heilen, aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, um die Beschwerden zu lindern.

Die Reize, welche aufkommen, lassen sich zurückführen auf die Empfindlichkeit des Dickdarms. Bei Sorgen, Stress oder Nahrungsmittel ist dieser empfindlicher, als gewöhnlich. Folglich führt dies zu einer Reihe von Symptomen; Durchfall, Verstopfung, Krämpfe und Schmerzen, die nach dem Essen oder in Stress-Situationen aufkommen. Bis heute kennen die Mediziner die Ursachen des Syndroms nicht wirklich.
Das Zusammenspiel des Darms funktioniert während der Verdauung. Gewisse Muskelbewegungen sorgen für den Transport des Darminhalts durch den Trakt, bevor dieser entleert wird und für eine normale Verdauung sorgt. Bei Reizdarm-Patienten ist dieses Zusammenspiel nicht voll funktionsfähig.
Die Mehrzahl von Frauen ist von diesem Problem betroffen. Je nachdem wie ausgeprägt die Krankheit ist, führt es zu einer Einschränkung der Lebensqualität. Vor allem treten die Beschwerden während der Menstruation besonders oft auf. Dies führt zu einer höheren Belastung für Frauen. Warum genau das weibliche Geschlecht davon betroffen ist, wurde in der Medizin immer noch nicht begründet.

Symptome des Reizdarms
Die häufigsten Merkmale eines Reizdarmsyndroms sind die Schmerzen im Bauchraum. Der Patient verspürt Krämpfe die links- oder rechtsseitig auftreten können. Gewisse Einflussfaktoren wie Stress oder Nahrung können dieses Symptom verschlimmern. Die Einstufung der Schmerzen kann schwach, aber auch sehr stark ausgeprägt verlaufen.
Hierbei sind die Nerven im Dickdarm übersensibel und können sich plötzlich zusammenziehen. Es entstehen Krämpfe, die folglich zu einem schnellen Transport des Darminhalts führen. Das Resultat: Durchfall und das Gefühl der unvollständigen Ausscheidung.
Die Störung der Darmmuskulatur kann zu einem Abbruch des Zusammenziehens führen, hierbei wird der Darminhalt nicht mehr befördert. Dieser Prozess führt zu einer Verstopfung und die Darmentleerung kann nicht stattfinden. Gasbildung im Bauch sorgt für ein Druckgefühl; dieser bläht sich auf, die Gase dehnen den Darm und verursachen die Schmerzen und Krämpfe. Einige Patienten berichten von anderen Störungen wie Sodbrennen, Übelkeit und Schwierigkeiten während des Schluckens. Auch Rücken-, Gelenk- und Kopfschmerzen treten auf.

Die Diagnose
Mit diesem Krankheitsbild lässt sich der Patient vom Arzt untersuchen. Zuerst müssen andere Krankheiten ausgeschlossen werden, die in Frage kommen könnten. Erkennt der Mediziner keinen auffälligen Befund, so diagnostiziert er das Reizdarm-Syndrom.
Um das Reizdarm-Syndrom festzustellen, bietet die Medizin noch keinen Speziellen Test. Der Darm von den Patienten ist nach außen hin völlig unauffällig. Aus diesem Grund werden andere Untersuchungen, die ähnliche Krankheitsbilder vorlegen, durchgeführt. Beispiele hierfür sind Laktoseintoleranz, Schilddrüsenstörung oder Infektionen des Darmbereiches, sowie Darmkrebs.
Allem voran erfolgt ein ausführliches Gespräch über die Beschwerden mit dem Arzt; mögliche Vorerkrankungen sowie eine körperliche Untersuchung. Der Arzt tastet mit den Händen die Bauchregion ab und hört, mit Hilfe des Stethoskops, die Darmgeräusche ab.
Weiterhin erfolgen Untersuchungen; Blutabnahme mit Bestimmung der Entzündungswerte, Leberwerte, Bauchspeicheldrüsen- und Gallenwerte. Anschließend wird der Stuhl auf Blut getestet, eine rektale Tastuntersuchung wird vorgenommen, eine Ultraschalluntersuchung des Bauches, sowie eine Darmspiegelung. Der Stuhl wird auch auf Parasiten untersucht. Zu guter Letzt werden Tests bezüglich der Nahrungsmittelunverträglichkeit und Nahrungsmittelallergien vorgenommen.

Die Maßnahmen
Durch das Protokollieren der Nahrungsmittelaufnahme kann der Patient erkennen, welche Lebensmittel die Symptome auslösen oder verschlimmern. Diese Auffälligkeiten sollten dann vermieden werden. Die ausreichende Aufnahme von Ballaststoffen erhöht das Volumen des Stuhls und kann gegen Verstopfung helfen. Wichtig ist die ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn Patienten mit Durchfall müssen die verlorene Flüssigkeit wieder aufnehmen. 2,5 bis 3 Liter stilles Wasser, sollten über den Tag verteilt aufgenommen werden.
Einer der wichtigsten Einflussfaktoren: Stress, dieser sollte vermieden werden. Mit Muskelentspannung, Yoga und Meditation kann man sich vom Stress erfolgreich lösen. Regelmäßige Bewegung regt die Verdauung an und hilft gegen Verstopfung. Nahrungsergänzungsmittel können als Maßnahme herangezogen werden. Das Ungleichgewicht der Darmflora sorgt für eine nicht ausreichende Aufnahme der Nährstoffe. Dieser Mangel an Energie im Körper muss wieder aufgenommen werden. Die Investition in Milchsäurebakterien macht die Darmschleimhaut widerstandsfähiger. Bei Bauchschmerzen, Krämpfen und Blähungen helfen schon Tees wie Fenchel oder Kamille. Auch Hausmittel haben einen positiven Einfluss auf die Krankheit. Wärmeflaschen oder Kirschkernkissen sorgen für eine erhebliche Linderung der Beschwerden.
Bestimmte Medikamente können zur kurzzeitigen Linderung der Beschwerden eingenommen werden. Hierzu zählen Abführmittel bei Verstopfung, krampflösende- und dem Durchfall entgegenwirkende Medikamente. Jedoch sollte man diese Medikamente nicht dauerhaft nehmen. Am besten spricht man mit seinem Arzt über die Einnahme solcher Medizin. Geduld ist die Devise. Die Beschwerden lassen sich nicht von heute auf morgen beseitigen. Für die Medizin ist es eine Herausforderung die richtige Therapie anhand der Symptome zu wählen, da die Ursachen für das Reizdarmsyndrom nicht bekannt sind.

Jeder Patient muss herausfinden, welche Maßnahmen für den Betroffenen selbst helfen.
Hat der Betroffene leichte Syndrome des Reizdarms, so kommt er in der Regel gut zurecht. Bei einigen jedoch sind die Symptome so stark, dass die Lebensqualität darunter deutlich leidet. Viele Menschen haben nicht die Kontrolle über ihren Körper und wissen nicht wann sie eine Toilette benötigen. Im Alltag ist das für Betroffene nervenaufreibend und anstrengend. Sie schämen sich wenn sie oft die Toilette aufsuchen müssen, denn Konversationen über Darmprobleme zu führen, ist für sie furchtsam.
Viele Ärzte nehmen das Reizdarmsyndrom nicht mehr ernst. Die ungefährliche Krankheit lässt die Mediziner daran glauben, dass die Erkrankung nur in der Psyche liegt. Folglich fühlen sich die Patienten sehr verletzend und hilflos. Betroffene, die psychisch darunter leiden, sollten sich Hilfe holen. Professionelle Psychologen können Menschen mit einem Reizdarmsyndrom helfen, ihre Psyche stabilisieren, beizubringen mit der Krankheit zu leben und somit einen normalen Alltag zu bewältigen.

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